Über den kleinen Unterschied zwischen Mann und Frau.

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jens
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Über den kleinen Unterschied zwischen Mann und Frau.

Beitrag von jens »

Weibliche Gene

Ohne Sex läuft nichts!
Aber, was macht die Frau zur Frau?
Aber, woraus ist der Mann gemacht?
Wieso konnten überhaupt zwei Geschlechter entstehen?
Auf der Suche nach der Herkunft, dem Stoff aus dem Frau und Mann gemacht sind, haben Wissenschaftler neue Erfolge aus der Genforschung vorzuweisen...
Auf den Chromosomen wurde bereits 1990 die Information im Erbgut entdeckt, die bei der Entwicklung des männlichen Geschlechts bestimmend ist. Männer besitzen das sogenannte SRY-Gen, das den Frauen fehlt und das männliche Geschlecht festlegt. Möglich wurden diese neuen Erkenntnisse, wie sooft in der Forschung, erst durch die Experimente mit der Maus.

Natürlich muß gewährleistet sein, daß sich die so gewonnenen Forschungsergebnisse auch auf Menschen übertragen lassen. Aber angeblich bestehen keine Bedenken. Die Versuchstiere lieferten Informationen über Chromosome, Gene und Hormone, die bei Mann und Frau die jeweilige geschlechtliche Entwicklung auslösen.

Andreas Kispert
Forscher am Max-Planck-Institut für Immunbiologie Freiburg
Diese Differenzierungen in zwei Geschlechter ist ein sehr altes Phänomen, daß natürlich in sehr vielen Tierklassen auch vorhanden ist, in den allermeisten. Das heißt, daß gibt es schon sehr lange und es gibt verschiedene Wege, das zu erreichen. Was wir hier sehen bei den Säugern, das ist eine Möglichkeit, wie man das erreichen kann: durch bestimmte Gene, die primär andere Gene abschalten, anschalten und dadurch zur Ausbildung von Testis, des Hodens, oder des Ovas führen. Danach erfolgt die Regulation über Hormone, d.h. Testosteron oder Anti-Müllerian Hormon.

Während eines Forschungsaufenthalts an der Harvard-University im letzten Jahr untersuchte er mit finnischen und amerikanischen Wissenschaftlern die für die Entwicklung der Nieren verantwortlichen Gene an Mäusen. Die Forscher machten eine erstaunliche Entdeckung: An einem genetisch veränderten weiblichen Embryo einer Maus fanden sie Teile männlicher Geschlechtsorgane. Verantwortlich dafür: das Gen Wnt-4.

Die Geschlechtsentwicklung, also ob sich aus dem Embryo ein weibliches oder ein männliches Tier entwickelt, wird von Wnt-4 mit beeinflußt:

Das wichtige Gen ist aber SRY, das wirklich die Fähigkeit hat, aus einem Weibchen ein Männchen werden zu lassen. Wnt-4 wird später gebraucht. Es verhindert im Weibchen die Ausbildung männlicher Geschlechtsmerkmale, innerer Geschlechtsmerkmale, jedoch nicht der äußeren. Das heißt auch, das Wnt-4 Tier, die Mutanten, ist am Ende nur eine Mixtur aus männlichen und weiblichen Geschlechtsmerkmalen. Durch Manipulation an Genen, wie z.B. Wnt-4, könnte es auch auf die geschlechtliche Entwicklung des Menschen Einfluß genommen werden. Die Entdeckung des Wnt-4 Gens ist vielleicht ein eher harmloses Zufallsergebnis der Genforschung. Durch Genmanipulation könnten Gendefekte repariert werden, und das wäre eine Horrorvorstellung: es könnten, wie bei der Maus, Menschen mit mehr als einem Geschlecht entwickelt werden.

Was macht die Frau zur Frau? Gibt es einen Schalter für weibliche Reize? Ohne das Wnt-4 Gen jedenfalls bliebe die Frau ohne weiblichen Reiz und die Welt um vieles ärmer.
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