Warum wurde das Beamen nicht früher schon erfunden...?

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jens
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Warum wurde das Beamen nicht früher schon erfunden...?

Beitrag von jens »

Warum?

Kind: Mann, bin ich froh, daß endlich Ferien sind. Wann werden wir denn nach Solar-City gebeamt? Darauf freue ich mich ja echt am meisten.

Frau: Wir sind in einer Stunde dran. Stell Dir vor, die Menschen haben früher geglaubt, es sei unmöglich, sich an jeden beliebigen Ort der Welt zu beamen.

Kind: Dann sind die früher aber ziemlich dumm gewesen.

Frau: Na ja, das waren sie nicht unbedingt. Sie wußten eben damals noch nicht das, was wir heute wissen.

Kind: Wieso, was haben die denn nicht gewußt? Das mit dem Beamen ist doch ganz einfach: Wir werden gescannt, dann werden unsere Körper in einen Strahl von Atomen, den Materiestrom umgewandelt und am Zielort werden wir dann wieder zusammengesetzt.

Frau: Genau, damit das auch funktioniert, wird unser Körper entmaterialisiert. Übertragen wird unser Körper als Materiestrom und das dazugehörige Datensignal, also die Informationen, wie unser Körper aufgebaut ist. Denn den Menschen war früher schleierhaft, wie sie extrem viele Daten extrem schnell übertragen können.
Ein Mensch besteht aus 10 hoch 28 Atomen, das ist eine eins mit 28 Nullen, ganz schön viel, was?
Von jedem einzelnen Atom müssen die Daten übertragen werden, also wie das Atom aussieht, an welcher Stelle es im Körper ist und so weiter. Das sind sehr, sehr viele Daten, die da jedesmal beim Beamen übertragen werden und soviel konnten sie damals noch nicht speichern.
Wenn sie die größten Festplatten genommen hätten, die es damals gab, hätten sie für die Daten eines einzigen Menschen so viele Festplatten gebraucht, daß die aufeinander gestapelt ein Drittel der Strecke bis zum Zentrum der Milchstraße bedeckt hätten.
Ach ja, und dann gab es ja noch das Problem mit der digitalen Übertragungsgeschwindigkeit: die war so langsam daß es ungefähr zwanzigtausend Milliarden Jahre gedauert hätte, bis die Daten von einem Menschen übertragen gewesen wären. Ganz schön lange, was?

Kind: Wahnsinn. Aber wie sie den Materiestrom hinkriegen können, wußten sie wenigstens, oder?

Frau: Nein, das war ja das nächste Problem: sie hatten keine Idee, wie sie die Atome bewegen sollen.
Die Wissenschaftler haben sich überlegt, ob sie ganze Atome beamen können oder ob die erst noch in ihre Bestandteile zerlegt werden müssen. Du weißt doch, daß ein Atom aus dem Atomkern besteht, um den Elektronen kreisen. Der Atomkern wiederum besteht aus Protonen und Neutronen und diese wiederum aus den Elementarteilchen, den Quarks. Um ein Atom in seine kleinsten Teilchen zu zerlegen, braucht man eine Menge Energie. Außerdem hätten sie bei den Quarks die Bindungsenergie überwinden müssen, das ist die Energie, die die Quarks zusammenhält und dafür bräuchten sie extrem hohe Temperaturen: 1000 Milliarden Grad Celsius, das ist eine Million mal heißer als es im Zentrum der Sonne ist. Nun hielten die Wissenschaftler es verständlicherweise für unmöglich, diese Temperaturen zu erzeugen. Also haben sie sich überlegt, beamen wir statt der Quarks eben die Atome. Das muß allerdings sehr schnell, fast mit Lichtgeschwindigkeit passieren, aber auch dafür braucht man Energie: aus ihrer Zeit gesehen 10.000mal mehr als die ganze Erde bis zum Jahr 2000 verbraucht hat. Also war auch das unmöglich.

Kind: Und die andere Idee hatten die damals nicht, wie das mit dem Beamen gehen konnte?

Frau: Doch sie haben sich überlegt, daß man den Körper des Menschen vielleicht in Energie umwandeln könne: Energie konnten sie damals schon über weite Strecken relativ schnell übertragen.
Jetzt hatten sie aber einen ganz berühmten Physiker namens Albert Einstein, der die Formel
E = mc² entwickelt hat. Nach dieser Formel entspricht einer bestimmten Masse eine ganz bestimmt Energie und umgekehrt. Wenn also ein Mensch, der 50 Kilogramm wiegt in Energie umgewandelt wird, dann erhält man die Energie von tausend Wasserstoffbomben. Also, das fanden sie nicht so toll.

Kind: Oh Mann, ein Wunder, daß das Beamen irgendwann doch noch erfunden wurde.
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